Das Märchen vom Streit der Könige

Sa • 29.08.2009
17.00 - 18.00 Uhr
Seminarraum des Hauses zur Wildnis
Zeitgemäße, moderne Erzählung
Märchen vom Streit der Könige

Text: Heinrich Vierlinger 
Fotos:
 Martin Stadler
Pro-Nationalpark Freyung-Grafenau e.V.

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Im Nationalpark, dort wo man Natur, noch Natur sein lässt, spielt das Märchen „Vom Streit der Könige“. Eine moderne, zeitgemäße Erzählung über das Sterben des alten und Wachsen des neuen Waldes. Eine Mär, in der Autor und Waldführer Heinrich Vierlinger die Mutter Natur, Steine und Pflanzen zu Wort kommen lässt. Das Zwiegespräch untermalt sein Kollege Martin Stadler durch beeindruckende Naturfotos. [...]

Beim „Streit der Könige“ stehen sich im Böhmerwald der König der Steine und des Waldes gegenüber. In grauer Vorzeit kamen sie gut miteinander aus. Als der „Woidkini“ jedoch versucht, sich mit jungen Bäumen im Reich des „Granitkini“ auszubreiten, kommt es zum Zerwürfnis. „Leit, iatzt miaß ma zammhoitn. Es wead zerscht a schwaare Zeit kemma. Da Borkenkäfer wead unsre G`sunheitsprobleme mitkriagn. Ganz vej wean des net überlebn“, fürchtet der Waldkönig. Es geht drunter und drüber zwischen Rachel und Lusen. Der Teufel wird um Rat gefragt. Der Mensch, Stürme, Borkenkäfer, Zauberer, Spione, Elfen und Waldgeister werden eingeschaltet. Die Menschen beginnen zu streiten. Wer hat Schuld am Sterben der Bäume? Die Poltergeister Ungeduld, Dickkopf und ihr Bruder Ignorant schüren den Konflikt. Herrliche, tiefsinnige Dialoge fesseln den Zuhörer. Die Natur erwacht im wahrsten Sinn des Wortes zum Leben. Dafür sorgt Martin Stadler mit seinen Fotos. Knorrige Bäume, skurrile Wurzeln, von Wind und Wasser geprägte Felsen und Wucherungen bekommen in den Fotos ein Gesicht. Ob das Froschmaul, der „Leckmi am Oarsch“ für alle Gleichgültigen, „Zwoazünglade“ der Hinterlistige, der „Lusad“, für Ratsch und Tratsch oder der Nörgler „Grimmig“.

Die Lage spitzt sich zu. Gerade noch rechtzeitig schaltet sich Mutter Natur ein. Gemeinsam mit ihrem Bruder Gleichgewicht bringt sie den ewigen Kreislauf der Natur wieder in Schwung und versöhnt die in Streit geratenen Menschen.
Mit der Hoffnung, „dass die Region zu einem Markenzeichen des friedlichen Miteinander von Mensch und Natur wird“, endet das moderne Märchen.

Jens Schörnich

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